Feuerfeder: Briefe an den König – Anne Danck

Feuerfeder: Briefe an den König – Anne Danck

Einem König widerspricht man nicht. Oder doch? 

Nachdem ich auf dem Acker einen goldenen Mörser ausgegraben habe, verlangte König Laurent den passenden Stößel dazu. Wütend und womöglich nicht sonderlich bedacht antwortete ich mit einem Brief – und einem Widerspruch. Doch obwohl mir der König zunächst zürnte, unterbreitete er mir ein überraschendes Angebot: Ich soll ihn beraten. 

Allerdings ist meine neue Aufgabe ernüchternd. Laurent scheint meine Einwände nur zu lesen, um sie dann zu übergehen. Und während ich allmählich an der Starrsinnigkeit des Königs verzweifele, wächst zugleich eine gefährliche Anziehung zwischen uns. 

Denn wenn Feuer und Papier aufeinandertreffen, kann am Ende etwas außer Asche bleiben?

Rezension

Eine Adaption an das Märchen Die kluge Bauerntochter. Eine fesselnde Geschichte. Eine Bauerntochter, welche nicht auf den Kopf gefallen ist, allerdings die Worte, die ihr auf der Zunge liegen nicht aussprechen kann. Wenn es um komplexere oder längere Gespräche geht, kann sie sie einfach nicht aussprechen – hier benötigt sie Feder und Papier um ihre Gedanken zu ordnen und die Worte in einen Zusammenhang zu bringen. Bei ihrer Familie stößt sie damit sehr auf Unverständnis, was teils auch dem damaligen Stand gewidmet ist. Als Bauer war man nicht so geübt im Lesen und hatte auch nicht das Verständnis, wenn sich jemand in seiner Haut nicht wohlfühlt. Ran – ich nutze die Kurzform ihres Namens, da es doch einfacher ist – fühlt sich einfach missverstanden, nicht nur wegen besagten „Problems“ auch da es einfach unschicklich ist, wenn man als Frau in Hosen rumläuft, was ihr durch den Verlauf der Geschichte, mehr Selbstvertrauen gibt und sie sicherer macht. Irgendwann ist das das was sie möchte, nicht die Kleider und Röcke, die sie zuhause tragen muss, da man dies als Frau einfach tut.

Natürlich stößt sie auch in ihrer Funktion als Berater des Königs auf Unverständnis und ihrer Grenzen. Allerdings wird sie dort, nach einer gewissen Zeit, akzeptiert wie sie ist. Das sie eben mit Briefen kommuniziert und nicht mit gesprochenen Worten.

Anne Danck hat mit Ran einen Charakter erschaffen, mit dem man sich sehr gut identifizieren kann. Mir hat sie sehr viel von mir gezeigt und ich musste doch bei so mancher ihrer Reaktionen an mich selbst denken, was mir lange nicht mehr so ging, bei einer Geschichte.

Mein Fazit

Eine wundervolle, fesselnde Adaption die Anne Danck geschaffen hat. Wundervolle Charaktere, die einen in ihre Welt mitnehmen. Man lacht und weint mit Ran, schüttelt aber auch des öfteren den Kopf über Laurents Starrsinn und würde schon sagen Trotzkopf. Auch die Gestaltung der Handlung, in der immer wieder Ran’s Briefe aufgezeigt werden ist eine Auflockerung und einfach mal was ganz anderes.

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