Todessamen – Nicole Siemer

Todessamen – Nicole Siemer

Klappentext

Grubingen – ein Ort, der auf keiner Karte zu finden ist. Keine Ausschilderung führt dorthin, und doch lebt eine Gemeinde dort. Umgeben von einem Wald, der besser nicht betreten wird.

Jessie lebt bereits seit ihrer Geburt in Grubingen. Einsam und mit sich selbst im Unreinen, hat sie den Tod ihrer Eltern nie verkraftet. Sie ist eine Waise und ihre Freundin Jenny lässt sie das auch regelmäßig spüren. Schon oft drohte Jessie, sich in ihrer Trauer zu verlieren, doch ein Geschenk ihrer Eltern, das sie zu ihrem fünften Geburtstag bekam, bewahrte sie davor: eine alte Ausgabe von Alice im Wunderland. Die Geschichte wurde schnell zu einem Rückzugsort, der sie vor der realen Welt beschützte und träumen ließ. 

Jessies Vorstellungskraft war schon immer enorm. So trat als Kind ein imaginärer Freund namens Sam an ihre Seite, gerade, als ihr das Leben im Heim unerträglich erschien. Nach einem verheerenden Zwischenfall schickte sie ihn jedoch weg und vergaß ihn sogar im Laufe der Jahre. Bis zu jenem heutigen Tage, an dem sie ihn plötzlich am Waldrand stehen sieht. Sie folgt ihm hinein in den gefährlichen Grubinger Forst und gelangt so in eine fremde Welt. In Sams Welt. Nie hätte sie gedacht, dass ihr Wunderland tatsächlich existieren könnte. Und Sam … 

Was zunächst den Anschein einer Idylle erweckt, verwandelt sich schon bald in einen wahren Albtraum

Cover

Es ist ein uraltes Portal, umgeben von Wald dargestellt, durch welches eine Person tritt. Was wirklich sehr gut zur Handlung passt. Und durch die verschiedenen blau Töne auch die Stimmung sehr gut einfängt.

Rezension

Die Handlung spielt in einem kleinen urtümlichen Örtchen, mit ein paar Läden und malerischer Altstadt. Jessie lebt schon immer hier, nach einem tragischen Unfall, lernt sie das Leben als Waisenkind im Heim kennen. Welches sie sehr stark prägt und verändert. 

Ihre liebe zu Alice im Wunderland, wird sie dazu führen, trotz ihrer Ängste einer Person zu vertrauen und ohne Angst in ein Wunderland zu gehen. 

Wie ein roter Faden zieht sich Jessies Schicksal durch die Handlung. Immer wieder bekommt man, durch Rückblenden einen weiteren Einblick in ihr Seelenleben und wie aus einem kleinen wundervollen Mädchen voll Lebensfreude, eine junge Frau mit zig Ängsten und einem tiefen Hass auf die Menschheit wird.

Die Charaktere sind gut beschrieben und klar dargestellt. Der Schreibstil ist teilweise fesselnd und bildhaft. Man kann sich die Welt hinter den Portalen wunderbar vorstellen, mit ihren Fabelwesen und den rätselhaften, mysteriösen Geschehnissen.

Jessies „erfundener“ Freund Sam, aus Kindertagen, erinnert einen an den ursprünglichen Peter Pan.  Ein sehr einnehmendes, freundliches Wesen mit mysteriösen lila farbenen Augen.  Er weiß genau welche Knöpfe man für was bei  einer Person drücken muss.

Allerdings, gibt es den ein oder anderen Abstrich, obwohl mir die Handlung an sich gut gefallen hat. 

Jessie wird, gerade zu Anfang sehr kindlich und unselbständig dargestellt, und dies auch ab und an immer wieder wiederholt wird. In verschiedensten Aspekten und Blickwinkeln, was teils die Abschnitte etwas zu langatmig und somit den Lesefluss heraus nimmt.

Mein Fazit

Eine interessante Mischung aus Mystery und Fantasy, mit kleinen Abstrichen.  Mal eine andere Art  an ein bekanntes Märchen heran zu gehen bzw. es ein zu bauen. 

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